
Im Juli 2018 kursierte eine Falschinformation in den sozialen Medien, die behauptete, Aurore Bergé und Alexandre Benalla würden heiraten. Der Titel war völlig erfunden, der Inhalt parodistisch. Doch der Schaden war angerichtet: Tausendfach geteilt, erzeugte diese Falschinformation eine dauerhafte Assoziation zwischen den beiden Namen in den Suchmaschinen.
Mechanik einer politischen Fake News rund um Bergé und Benalla
Das Gerücht tauchte im Kontext der Benalla-Affäre auf, die damals im Mittelpunkt der französischen Nachrichten stand, und der medialen Sichtbarkeit von Aurore Bergé, der Sprecherin der Gruppe La République en marche in der Nationalversammlung.
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Viele Internetnutzer teilten die Information, ohne ihre Quelle oder ihren parodistischen Charakter zu überprüfen. Die Empfehlungsalgorithmen taten ihr Übriges: Der Titel verbreitete sich auf Facebook, Twitter und in Foren und schuf eine künstliche Assoziation zwischen den beiden Persönlichkeiten.
Wenn man sich heute die Ehe von Aurore Bergé und Alexandre Benalla ansieht, stößt man immer noch auf Ergebnisse, die die Verwirrung aufrechterhalten, mehrere Jahre nach der ursprünglichen Verbreitung.
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Aurore Bergé und Alexandre Benalla: Überprüfung in den Standesamtsregistern
Über die medialen Dementis hinaus wurden Dokumentenprüfungen durchgeführt. Die Standesamtsregister enthalten keinen Hinweis auf diese Ehe. Die konsultierten öffentlichen Datenbanken haben keinen Akt gefunden, der Aurore Bergé und Alexandre Benalla verbindet, weder in Paris noch anderswo in Frankreich.

Diese Abwesenheit von materiellen Beweisen unterscheidet diesen Fall von anderen politischen Gerüchten. Hier handelt es sich nicht um eine angebliche Beziehung, die später dementiert wurde, sondern um ein Ereignis (eine Hochzeit), das einfach nie stattgefunden hat und für das nie ein faktisches Element produziert wurde.
Die beiden Protagonisten haben zudem keine bekannte persönliche Verbindung. Aurore Bergé, Abgeordnete aus den Yvelines, und Alexandre Benalla, ehemaliger Beauftragter im Élysée, bewegten sich trotz ihrer zeitlichen Nähe in der politischen Berichterstattung von 2018 in unterschiedlichen Sphären.
Zyklische Wiederkehr des Gerüchts Bergé-Benalla
Es ist ein Phänomen der zyklischen Wiederkehr zu beobachten. Jedes Mal, wenn Aurore Bergé oder Alexandre Benalla wieder in den Nachrichten auftauchen, steigen die Suchanfragen, die ihre beiden Namen verbinden, wieder an. Dieser Mechanismus erklärt sich durch die Funktionsweise der Suchmaschinen: Frühere Anfragen speisen die automatischen Vorschläge, die wiederum neue Suchen generieren.
Dieser Kreislauf hat konkrete Konsequenzen:
- Die Google-Vorschläge bieten weiterhin “Aurore Bergé Benalla Hochzeit” an, wenn man den Namen der Abgeordneten eingibt, was bei den Internetnutzern, die das Gerücht zum ersten Mal entdecken, Zweifel aufrechterhält.
- Wenig glaubwürdige Websites veröffentlichen regelmäßig Artikel zu diesem Thema, um Traffic zu generieren, ohne neue Informationen zu liefern.
- Die Faktenprüfer müssen ihre Überprüfungen regelmäßig aktualisieren, was paradoxerweise das Thema in den Suchergebnissen sichtbar hält.
Das Gerücht überlebt, weil der Suchzyklus sich selbst nährt, nicht weil neue Elemente auftauchen.
Ein Lehrfall, der in Schulungen zum Fact-Checking verwendet wird
Die falsche Hochzeit Bergé-Benalla hat die Stufe einer Anekdote überschritten. Websites, die sich auf die Analyse von Desinformation spezialisiert haben, verwenden sie nun als pädagogisches Beispiel in Fact-Checking-Workshops. Sie veranschaulicht einen bestimmten Typ von Fake News: jene, die auf null materiellen Elementen beruht, sich aber dank ihrer Viralität dauerhaft im digitalen Raum festsetzt.
Was diesen Fall aus pädagogischer Sicht besonders interessant macht, ist die Disproportionalität zwischen der Quelle und der erzeugten Wirkung (Jahre der dokumentierten Verwirrung). Man steht vor einer Fake News ohne glaubwürdige Primärquelle, ohne Foto, ohne Zeugenaussage, ohne Dokument, die dennoch weiterhin Suchanfragen generiert.
Die Schulungen, die diesen Fall verwenden, heben mehrere Überprüfungspunkte hervor, die jeder anwenden kann:
- Die Art der Quellwebsite (satirisch, parodistisch, informativ) identifizieren, bevor man einen Inhalt teilt.
- Die Existenz eines Standesamtsaktes überprüfen, wenn ein Gerücht eine Hochzeit oder ein offizielles Ereignis betrifft.
- Systematisch mit mindestens zwei zuverlässigen Quellen abgleichen, bevor man eine Information als verifiziert betrachtet.
Politische Desinformation online: die Grenzen des Dementis
Weder Aurore Bergé noch Alexandre Benalla mussten zu diesem speziellen Thema ein formelles Dementi veröffentlichen, da die Abwesenheit einer Grundlage für die Redaktionen, die die Benalla-Affäre 2018 berichteten, offensichtlich war. Aurore Bergé konzentrierte sich während der Krise auf ihre politischen Positionen und erklärte, sie sei “noch entschlossener” nach der Rede von Emmanuel Macron vor der Mehrheit, so ihre Aussagen gegenüber France Info im Juli 2018.
Das Paradoxe ist, dass ein offizielles Dementi die Sichtbarkeit des Gerüchts hätte verstärken können. Eine Fake News zu dementieren, führt manchmal dazu, dass sie in den Suchergebnissen stärker existiert, indem neue, um die gleichen Schlüsselwörter indexierte Inhalte geschaffen werden.
Dieser Fall erinnert daran, dass politische Desinformation in Frankreich nicht immer auf ausgeklügelten Operationen beruht. Ein schlecht identifizierter parodistischer Artikel, Empfehlungsalgorithmen und eine brennende Aktualität genügen, um eine Falschinformation zu schaffen, die über Jahre in den Suchergebnissen persistiert, ohne dass jemals neue Fakten auftauchen, die sie stützen.